28. Juli 2026

Nationaldirektor Markus Cott: Weltkirche beginnt beim Zuhören

Mit kirchlicher Verwurzelung und Erfahrung aus internationalen Krisengebieten will Markus Cott Missio Schweiz als hörbare Stimme der Weltkirche stärken.

Markus Cott übernimmt die Nationaldirektion von Missio Schweiz nicht als Mann der grossen Worte. Der gebürtige Bündner aus dem romanischsprachigen Surses (GR) bringt etwas mit, das selten geworden ist: kirchliche Verwurzelung, internationale Erfahrung und einen klaren Blick für Menschen, die an Rändern leben.

Vom Kloster in die Krisengebiete

Geprägt wurde Cott früh im Umfeld des Klosters Disentis, wo er zur Schule ging und wo Bildung, Liturgie und Musik zusammengehören. Bis heute ist er begeisterter Organist; wer Orgel spielt, weiss um Atem, Geduld und das Zusammenspiel vieler Stimmen. Diese Erfahrung passt zu einem Lebensweg, der nie eng geführt war. Nach dem Theologiestudium in Chur, mit einem Studienjahr an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, vertiefte er in Paris das Fach Religionswissenschaften und erwarb später an der London School of Economics einen Master in Social Policy für Entwicklungsländer.

Dazwischen und danach lernte Cott Kirche und Welt nicht vom Schreibtisch aus kennen. In Wädenswil (ZH) arbeitete er in der Pfarrei St. Marien. Für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) war er 13 Jahre lang in Afghanistan, Ruanda, Nepal, Liberia, Äthiopien und im Iran im Einsatz. Danach prägte er zwölf Jahre lang die Integrationsarbeit des Kantons Schwyz; Geflüchtete zeichneten ihn 2022 für sein Engagement aus.

Eine Stimme der Universalkirche

Seit Oktober 2025 führt Cott Missio Schweiz operativ, im Februar 2026 ernannte ihn das Dikasterium für Evangelisation im Vatikan zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in der Schweiz. Für ihn ist Missio weit mehr als ein Hilfswerk. Als Schweizer Zweig der Päpstlichen Missionswerke soll Missio die Stimme der Universalkirche hörbar machen: in Pfarreien, Schulen, Seelsorgeräumen und dort, wo Glaube leicht provinziell wird. Cott will den weltkirchlichen Auftrag stärken und zeigen, dass Mission zuerst Beziehung heisst: hören, teilen, voneinander lernen. Die Kirche in der Schweiz hat nicht nur etwas zu geben. Sie hat auch viel zu empfangen.