18. Mai 2026

Vom Eishockey zum Sternsingen: Nadia Brügger und die Kraft des Engagements

Nadia Brügger gehörte zu den Pionierinnen des Fraueneishockeys in der Schweiz. Heute verbindet sie Sport, Glauben und Solidarität – und ermutigt Kinder, Licht in die Welt zu tragen.

In Freiburg ist Eishockey weit mehr als ein Sport. Es ist Leidenschaft, Erinnerung und Identität – eine Geschichte, die Generationen verbindet und eine ganze Region bewegt. Nadia Brügger ist ganz in der Nähe der Eisbahn Les Augustins aufgewachsen, in einer Familie, die eng mit Gottéron verbunden ist: Ihr Grossvater trainierte die Mannschaft in den 1950er-Jahren, ihr Bruder spielte dort zunächst bei den Junioren, später in der ersten Mannschaft. Für Nadia gehörte das Eis von klein auf zum Leben.

Heute verantwortet Nadia Brügger die Aktion Sternsingen in der Romandie. Zwischen Eishockey, Glauben und Engagement sieht sie eine tiefe Verbindung: Überall braucht es Mut, Teamgeist und die Bereitschaft, sich mit ganzer Kraft einzubringen.

Pionierinnen auf Freiburger Eis

Als Jugendliche gehörte Nadia zu den ersten Eishockeyspielerinnen der Schweiz. Wichtig ist ihr dabei eine Präzisierung: Sie spielte damals noch nicht bei Gottéron – der Club interessierte sich zu jener Zeit noch nicht für Fraueneishockey –, sondern bei Vannerie Fribourg.

Für Mädchen war damals kaum etwas vorgesehen. Eiszeiten mussten erkämpft, Ausrüstung beschafft, Gegnerinnen und Gegner gefunden werden. Vor allem aber mussten die jungen Spielerinnen darum ringen, ernst genommen zu werden.

Doch es gab Menschen, die an sie glaubten. Hubert Audriaz, Trainer an der Hockeyschule von Fribourg-Gottéron, öffnete ihnen Türen: Er organisierte Eiszeiten, fand Material und ermöglichte erste Spiele gegen die französische Mannschaft von Villars-de-Lans. Auch Larry Palmer, Olympiasieger mit der US-amerikanischen Eishockeymannschaft, begleitete die jungen Spielerinnen auf ihrem Weg.

Aus dieser Zeit hat Nadia eine Haltung mitgenommen, die sie bis heute prägt: «Wenn man etwas liebt, darf man sich nie entmutigen lassen. Nichts ist unmöglich.»

Gemeinsam Licht weitertragen

Vom Eishockey bewahrt Nadia die Freude an Bewegung, Ausdauer und Vertrauen. Auf dem Eis muss man das Spiel lesen, schnell reagieren, die Scheibe weitergeben und gemeinsam vorwärtskommen. In der Aktion Sternsingen erkennt sie dieselbe Dynamik wieder: Kinder machen sich gemeinsam auf den Weg. Sie tragen den Stern, singen, segnen Häuser und setzen sich für Kinder ein, die Unterstützung brauchen.

Für Nadia ist dieses Zeichen weit mehr als eine schöne Tradition. Es ist ein Akt des Glaubens und des Mutes. Kinder wagen es, aufzubrechen, an Türen zu klopfen, eine gute Nachricht weiterzugeben und sichtbar zu machen: Eine gerechtere Welt ist möglich.

«Ein Kind, das einen Segen bringt, spürt tief in sich, dass es etwas Wichtiges tut: Es schenkt Licht und eröffnet anderen Kindern neue Chancen.»

Glaube zeigt sich im Handeln

In der Ausstellung «Légendes – la quête du Graal», die Professor Vincent Robadey mit Schülerinnen und Schülern des Collège Saint-Michel in Freiburg gestaltet hat, ist Nadia mit einem Foto als Eishockeyspielerin und einem Flyer der Aktion Sternsingen zu sehen. Für sie vereint dieses Bild zwei Leidenschaften, die Einsatz verlangen – und doch auf erstaunliche Weise zusammengehören.

Es erinnert zugleich an die Freiburger Eishockeygeschichte: an Gottéron, das viele Menschen im Herzen tragen, und an Persönlichkeiten wie Pfarrer Noël, eine wohlwollende Persönlichkeit, die ebenfalls Teil der Geschichte des Clubs und des Kantons ist.

Nadia sagt es schlicht: Man kann bequem vor dem Fernseher sitzen bleiben. Sie aber bewegt sich lieber. Für den Glauben. Für die Erde. Für Gerechtigkeit. Für Kinder.

Dass die Schweizer Eishockeyspielerinnen 2026 an den Olympischen Spielen von Mailand-Cortina Bronze gewonnen haben, erfüllt Nadia und ihre damaligen Mitspielerinnen von Vannerie Fribourg mit grossem Stolz. Für die Pionierinnen von gestern ist dieser Erfolg mehr als eine Medaille: Er ist ein Zeichen dafür, wie weit ein Weg führen kann, wenn Menschen ihn mutig beginnen.

Kindern und Jugendlichen – ob auf dem Eis oder beim Sternsingen – gibt Nadia dieselbe Botschaft mit: an sich glauben, den Werten des Herzens treu bleiben, Fehler annehmen, wieder aufstehen, das Leben feiern und das Beste von sich geben. Denn Freude und Hoffnung entstehen oft genau dort: im Handeln, gemeinsam mit anderen.