Mission, die bleibt: Was Missionarinnen und Missionare der Kirche heute mitgeben
Beim Tag der Missionarinnen und Missionare in Freiburg Ende September wurde deutlich: Mission ist keine Einbahnstrasse, sondern Begegnung, Austausch und ein Auftrag, der weitergeht.
Rund 70 Missionarinnen und Missionare aus der ganzen Schweiz kamen in Freiburg zum «Tag der Missionarinnen und Missionare» zusammen. Im Zentrum standen Erfahrungen, die bis heute nachwirken. Markus Cott, Nationaldirektor von Missio Schweiz, stellte den Tag unter die Frage: «Mission beendet?» Was bleibt von einem missionarischen Einsatz? Was haben jene, die aufgebrochen sind, selbst empfangen? Und was bedeutet Mission heute?
Eine Weltkarte zeigte die Lebenswege der Teilnehmenden: nach Lateinamerika, Asien und häufig nach Afrika. Dahinter standen Jahre als Laienmissionarin in Kongo-Kinshasa, ein halbes Jahrhundert als Ordensfrau in Papua-Neuguinea oder das Leben als Familie während eines kirchlichen Einsatzes in Taiwan. Doch auch die Schweiz gehört heute auf diese Karte: Seelsorgende aus Afrika, Asien und Lateinamerika gestalten hier Pfarreien und Gemeinschaften mit. Mission ist längst keine Einbahnstrasse mehr, sondern Begegnung und Austausch zwischen Ortskirchen und Kulturen.
Geben – und sich beschenken lassen
Drei frühere Nationaldirektoren von Missio Schweiz vertieften diesen Gedanken. Diakon Martin Brunner-Artho, Nationaldirektor von 2011 bis 2021, beschrieb Mission als «Schaffen von Raum für das Wirken Gottes». Glaube lasse sich nicht machen und niemand dafür «gewinnen». Gott sei bereits da; Aufgabe der Kirche sei es, sein Wirken wahrzunehmen und ihm Raum zu geben.
P. Bernard Maillard OFMCap, ab 2001 zehn Jahre lang Nationaldirektor, rückte die Gegenseitigkeit ins Zentrum: «Weltkirche bedeutet nicht nur geben. Sie bedeutet ebenso empfangen.» Andere Ortskirchen sind nicht bloss Empfänger von Unterstützung, sondern Partner, von denen die Kirche in der Schweiz lernen kann.
Auch P. Damian Weber CMM, Nationaldirektor in den 1990er Jahren, erinnerte daran, dass Mission kein Spezialauftrag einzelner Werke, sondern Aufgabe der ganzen Kirche ist. Seine 13 Jahre in Südafrika zeigten ihm, wie sehr Missionierende selbst getragen und verändert werden. «Das Schönste war, sich von diesen Menschen getragen zu fühlen», sagte Weber.
Rückkehr als neue Etappe
Am Folgetag führte die Dienststelle Fidei Donum der Schweizer Bischofskonferenz den Austausch in Pensier (FR) weiter. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie missionarische Erfahrungen nach der Rückkehr in die Schweiz fruchtbar werden können. Genannt wurden das Zuhören und die Begleitung verletzlicher Menschen, das Engagement in Pfarreien oder die Bereitschaft, das eigene Haus für andere zu öffnen.
Zur Sprache kamen auch Basisgemeinden in Lateinamerika, Bibelgruppen, Pilgerwege und gemeinsame Mahlzeiten in der Nachbarschaft. Solche Erfahrungen lassen sich nicht einfach übertragen, können aber neue Impulse geben. Die Treffen in Freiburg und Pensier machten sichtbar, wie sehr sich das Gesicht der Kirche verändert hat. Mission durchbricht Grenzen, schafft Beziehung und eröffnet neue Horizonte – auch dann, wenn der Einsatz in der Ferne beendet ist.