Wenn eine Mahlzeit den Tag verändert

In Oruro, Bolivien, setzen sich die Schwestern der Misioneras Cruzadas de la Iglesia für Menschen in prekären Lebenssituationen ein.

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Die Stadt Oruro liegt rund drei Autostunden südöstlich von La Paz und ist heute vor allem für ihren Karneval bekannt. Über viele Jahrzehnte verdankte die Stadt ihren Wohlstand dem Bergbau – zunächst dem Silber-, später dem Zinnabbau. An diese Vergangenheit erinnert bis heute die grosse Statue der „Virgen del Socavón“ (Unsere Liebe Frau von der Mine), die über der Stadt wacht.

Heute ist von diesem früheren Wohlstand nur noch wenig zu spüren. Wirtschaftliche und soziale Schwierigkeiten prägen den Alltag vieler Menschen und stellen die Bevölkerung vor grosse Herausforderungen. Für viele ist eine ausreichende Ernährung nicht gesichert, und auch der Zugang zu medizinischer Versorgung bleibt eingeschränkt.

Hilfestellungen, die im Alltag entlasten

In Oruro engagieren sich Schwester Elisabeth, Schwester Gladys und Schwester Lourdes für diese Menschen. Sie gehören zur Gemeinschaft der „Misioneras Cruzadas de la Iglesia“ und führen die Volksküche „Olla del Pobre“ sowie das Ambulatorium „Dispensario Madre Nazaria Ignacia“.

Die Volksküche wurde 1929 von Nazaria Ignacia ins Leben gerufen – der ersten bolivianischen Heiligen und Gründerin des Ordens, der auf der ignatianischen Spiritualität basiert. Täglich werden hier über 200 obdachlose Menschen in einem würdevollen Umfeld versorgt, an einzelnen Tagen sogar bis zu 500. Neben der Ausgabe von Mahlzeiten fördert das Angebot auch gesunde Ernährungsgewohnheiten und schafft Raum für Begegnung und Gemeinschaft.

Das Wirken der Schwestern ist eng mit dem Haus „Santa Nazaria Ignacia“ verbunden, in dem sie leben und arbeiten. Dort befindet sich auch das Grab der Heiligen Nazaria Ignacia, deren Einsatz und Vermächtnis die Gemeinschaft bis heute prägen.

Medizinische Betreuung und Aufruf zu Solidarität

Die Krankenstation «Dispensario Madre Nazaria Ignacia» bietet medizinische Behandlung für mittellose Menschen an. Von Montag bis Freitag werden hier Patientinnen und Patienten durch einen Arzt und einen Zahnarzt versorgt. Monatliche Sprechstunden mit Fachärztinnen und Fachärzten ermöglichen zudem spezialisierte Abklärungen und Behandlungen.

Ergänzt wird die Arbeit der Schwestern durch das Freiwilligenprogramm «Bajando a la Calle». Es ermutigt Menschen, aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Über 100 Freiwillige – viele davon junge Menschen – engagieren sich das ganze Jahr über in verschiedenen sozialen Diensten. Sie unterstützen die Essenausgabe und die Krankenstation und begleiten Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Unterstützung ermöglicht Kontinuität

Die «Casa Santa Nazaria Ignacia» hat sich über die Jahre zu einem verlässlichen Ort der Begegnung und Unterstützung entwickelt. Mit ihrem Engagement tragen die «Misioneras Cruzadas de la Iglesia» dazu bei, den Alltag vieler Menschen spürbar zu verbessern – durch warme Mahlzeiten, medizinische Versorgung und menschliche Nähe.

Damit dieses und ähnliche Projekte weitergeführt werden können, ist die Kirche in Bolivien auf Unterstützung angewiesen. Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass solche Angebote bestehen bleiben und auch künftig Menschen erreichen, die in ihrem Alltag darauf angewiesen sind. Ihre Spende hilft, diese wichtige Arbeit zu sichern und langfristig fortzuführen.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung!