Ein «Comedor» für verletzliche Kinder und Jugendliche

Dort, wo der Alltag von Unsicherheit geprägt ist, entsteht in Patacamaya ein Ort, der Kinder auffängt und ein Stück Sicherheit bietet.

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Patacamaya ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Altiplano, dem Hochland Boliviens, etwa 2 Stunden südlich von La Paz. Somit ist es ein Umschlageplatz von importierten Waren aller Art, vor allem aus dem nahe gelegenen Chile. Der informelle Sektor macht Schätzungen zufolge zwischen 60-80% der Wirtschaftsleistung Boliviens aus. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage sehen sich viele Erwachsene gezwungen zu emigrieren, um Arbeit zu finden. Die Kinder müssen sie zurücklassen, bei Grosseltern oder Verwandten, oder sie mieten zusammen für mehrere Kinder eine Wohnung vor Ort, damit diese dort zur Schule gehen können. Die Kinder und Heranwachsenden sind dadurch den Gefahren, die der illegale Handel mit sich bringt, ausgesetzt, gerade jene aus instabilen Familienverhältnissen. Sie wachsen häufig in einem Umfeld auf, das von Vernachlässigung oder Gewalt geprägt ist – oft ohne eine verlässliche Bezugsperson, die ihnen Schutz bieten kann.

Ein Zentrum, das Perspektiven eröffnet

Für diese Kinder und Jugendliche setzt sich Bischof Pascual Limachi Ortiz, der für die Territorialprälatur Corocoro zuständig ist, sehr engagiert ein. Die örtliche «Caritas pastoral», mit ihrem Leiter Giorgio – ein Italiener aus Lecco, der seit 18 Jahren in Bolivien lebt und arbeitet – und seinen Mitarbeiterinnen führen den «Comedor»

Stärkung im Alltag

«Comedores» gehören zu den wichtigsten sozialen Einrichtungen der bolivianischen Kirche landesweit. Sie sind nicht nur «Mittagstisch», bei denen täglich eine warme Mahlzeit ausgegeben wird, sondern bieten, wie in diesem Fall, auch Unterstützung bei den Hausaufgaben und bei der Bewältigung des Alltags an. Es wird mit den Kindern Musik und Sport gemacht oder gespielt. Also eine Art Kinder- und Jugendtreff mit sozialer und pastoraler Begleitung und Mittagessen.

Wo immer möglich, werden auch die Familien oder andere Vertrauenspersonen einbezogen. Auf diese Weise entsteht ein Umfeld, das die Kinder nicht bloss punktuell stärkt, sondern ihnen langfristig Halt und Orientierung geben möchte.

Gemeinsam für nachhaltige Wirkung

Getragen wird dieses Engagement von einem Netzwerk aus lokalen Partnern – Gemeinden, Schulen und Gesundheitsdiensten – sowie engagierten Freiwilligen. Damit dieses Engagement weiterwirken kann, ist die Kirche in Bolivien auf Unterstützung angewiesen. Ihre Spende trägt dazu bei, Projekte wie dieses zu sichern und weiterzuentwickeln – und ermöglicht es Kindern, gestärkt und mit Zuversicht ihren eigenen Weg in die Zukunft zu gehen.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung!