Ein Jubiläum mit Blick nach vorn: 20 Jahre Sternsingen in der Romandie
Engagierte aus der ganzen Romandie feierten das Jubiläum der Aktion Sternsingen – mit Dankbarkeit für das Erreichte und neuen Impulsen für die kommenden Jahre.
Am 6. September trafen sich in Boudry (NE) Verantwortliche und Engagierte der Sternsinger aus der Romandie zur festlichen «Rentrée». Zwanzig Jahre nach den Anfängen der Aktion in der Westschweiz stand dabei nicht der Rückblick im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie es weitergeht. Schon im Gottesdienst in der Kirche Saint-Pierre wurde deutlich, worum es an diesem Tag ging: Danke sagen, Erfahrungen teilen und neue Menschen ermutigen, selbst eine Gruppe aufzubauen.
«Folgt eurem Herzen: Wir sind da, um euch zu informieren und zu unterstützen», sagte Nadia Brügger, Verantwortliche der Aktion Sternsingen in der Romandie. Auch die Herausforderungen kamen offen zur Sprache: Kinder gewinnen, Nachfolge sichern, die Aktion vor Ort sichtbar machen. Gerade darin zeigte sich, was die Gruppen verbindet: Beharrlichkeit und die Erfahrung, dass sich der Einsatz lohnt. Pia, seit Jahren engagiert, formulierte es schlicht: «Wenn man es nicht selbst erlebt, weiss man nicht, was es bedeutet.»
Solidarität, die Kinder selbst erleben
Die Begegnung gab zugleich einen Ausblick auf die Aktion 2027. Im Zentrum steht das Recht von Kindern auf gesunde Ernährung, mit besonderem Blick auf Guatemala. Filme, Projektbeispiele und Impulse sollen helfen, diese Realität für Kinder anschaulich und verständlich zu machen.
Denn Sternsingen bedeutet mehr, als Spenden zu sammeln. Kinder begegnen anderen Lebenswirklichkeiten, übernehmen Verantwortung und erleben, dass Solidarität konkret werden kann.
Markus Cott, Nationaldirektor von Missio Schweiz, kennt diese Erfahrung aus seiner eigenen Kindheit in Graubünden. «Es gibt gute Gründe, von der Schweiz aus Solidarität mit Kindern auf der ganzen Welt zu zeigen.» Für ihn öffnet die Aktion den Blick für unterschiedliche Lebenssituationen und schafft Verbindungen über Herkunft, Konfessionen und Religionen hinweg.
Auch Catherine Soldini von Young Missio betont diese Dimension: «Kinder müssen Solidarität konkret erleben, Freude teilen und spüren können, dass Gott Teil ihres Lebens ist.»
Von Boudry nach Grandchamp: ein Segen in Bewegung
Nach dem gemeinsamen Essen und dem Ausblick auf die kommenden Termine machte sich die Gruppe zu Fuss auf den Weg nach Grandchamp. Als «Segen in Bewegung» verband dieser Weg die Situation von Kindern in Guatemala mit jener Hoffnung, die Sternsingerinnen und Sternsinger von Haus zu Haus tragen.
In Grandchamp fand der Tag seinen ruhigen Abschluss. In der Kapelle legten die Teilnehmenden persönliche Anliegen auf Sterne und nahmen sich Zeit für Stille und Gebet.
So endete ein Tag, der von Begegnung, Offenheit und Ermutigung geprägt war. Die Aktion lebt von Menschen, die sich auf den Weg machen, an Türen klopfen, singen, segnen und andere mitnehmen. In Boudry wurde aus dem Jubiläum deshalb vor allem eines: ein neuer Anfang.