Sternsingen: Segen, Hoffnung und eine leuchtende Tradition
Beim Sternsingen segnen Kinder Häuser und sammeln Spenden für benachteiligte Kinder weltweit – ein lebendiges Zeichen von Glauben, Hoffnung und Solidarität.
Lebendige Tradition mit biblischen Wurzeln
Das Sternsingen geht auf eine Erzählung im Matthäusevangelium zurück: Weise aus dem Osten folgten einem Stern nach Bethlehem, fanden das Jesuskind und brachten Gold, Weihrauch und Myrrhe. Aus diesen Weisen wurden in der christlichen Tradition später die Heiligen Drei Könige.
Die Heiligen Drei Könige und ihre Symbolik
Ihre Namen – Caspar, Melchior und Balthasar – sind seit dem 6. Jahrhundert belegt und wurden später auch symbolisch mit den Kontinenten Afrika, Europa und Asien verbunden. Die Zahl drei erinnert an die Dreifaltigkeit und an die drei Lebensalter des Menschen. Auch die Gaben tragen eine tiefe Bedeutung: Gold steht für die Königswürde Jesu, Weihrauch für seine Göttlichkeit und Myrrhe verweist auf Leiden und Tod.
20*C+M+B+25: Ein Segenszeichen mit Bedeutung
Bis heute ist auch der Segensspruch an den Haustüren lebendig: 20*C+M+B+26. Die Buchstaben stehen für «Christus mansionem benedicat» – Christus segne dieses Haus. In der deutschsprachigen Schweiz werden sie oft auch mit Caspar, Melchior und Balthasar verbunden. Stern, Jahreszahl und Kreuze verweisen auf die Menschwerdung Christi, auf die Zeit und auf die Dreifaltigkeit.
Sternsingen heute: gelebte Solidarität
Das Sternsingen ist so tief der kirchlichen Tradition verwurzelt und zugleich ein starkes Zeichen gelebter Nächstenliebe. Seit 1989 betreut Missio Schweiz diese Aktion im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz. Jedes Jahr rund um den 6. Januar ziehen über 10’000 Kinder und Jugendliche von Haus zu Haus, bringen den Segen und sammeln Spenden für Gleichaltrige in Not weltweit.