Drei Könige in der Schweiz
Neue Reihe: Auf den Spuren der Heiligen Drei Könige in der Schweiz – Auftakt im Stockalperschloss Brig mit den Türmen Kaspar, Melchior und Balthasar und einem besonderen Dreikönigsimpuls.
Das Stockalperschloss in Brig wirkt wie ein steingewordenes Märchen. Seine drei markanten Türme tragen die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar – ein in der Schweiz einzigartiges Zeugnis der Verehrung der Heiligen Drei Könige. Im historischen Dreikönigssaal wurde am 6. Januar, zum Abschluss des Heiligen Jahres, ein besonderer Impuls gefeiert.
Ein Abend der Begegnung
Eingeladen hatte eine Projektgruppe des Glaubensraums Brig-Glis-Naters-Mund. Menschen aus der Region kamen zusammen an einem Ort, der seit Jahrhunderten von Begegnung geprägt ist. Drei Vikare schlüpften in die Rollen der Könige. Mit ihren Gewändern und Gesichtern repräsentierten sie verschiedene Länder – ein lebendiges Bild für die weltweite Kirche und für die Botschaft, dass Christus Grenzen überwindet.
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Ein Augenzwinkern mit Tiefgang
Später fasste Vikar Edi Arnold den Geist dieses Nachmittags mit einem Augenzwinkern zusammen: «Es sind nicht ganz die Gebeine der Heiligen Drei Könige wie im Kölner Dom, aber doch ein Stück Königsgeschichte mitten in der Schweiz.» Der Satz bringt auf den Punkt, worum es ging – weniger um Folklore als um eine Erinnerung an das Suchen und Hoffen der Weisen aus dem Morgenland.
Dem Stern folgen
Im Matthäusevangelium heisst es: «Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen» (Mt 2,2). Dieser Aufbruch unter dem Stern stand auch im Zentrum des Abends. Dass Erwachsene sich als Könige verkleiden, öffnete einen Raum für Fragen: Welchem Stern folge ich? Wo führt mein Weg hin? Motive, die wunderbar zum Geist des Heiligen Jahres passen, das zum Pilgern und Neuanfang eingeladen hat.
Ein Ort zwischen Nord und Süd
Das von Kaspar Stockalper im 17. Jahrhundert erbaute Schloss war einst eine Handelsdrehscheibe zwischen Nord und Süd. Kaufleute, Säumer und Reisende brachten Sprachen, Ideen und Geschichten über die Alpenpässe. Die drei Türme mit den Namen der drei Könige erinnern daran, dass Glaube immer auch Begegnung bedeutet – zwischen Kulturen, Generationen und Kontinenten.
Geschichte, die weiterwirkt
So wurde der Dreikönigstag in Brig zu mehr als einer lokalen Feier. Zwischen alten Mauern verbanden sich Geschichte und Gegenwart: der Mut zum Aufbruch, die Sehnsucht nach Frieden und die Hoffnung, dass Licht stärker ist als Dunkel. Die Könige von damals sind längst weitergezogen – doch ihre Fragen bleiben aktuell. Und vielleicht beginnt ihre Spurensuche heute neu, genau hier, mitten in der Schweiz.
Ihr Hinweis ist gefragt
Kennen auch Sie einen Ort in der Schweiz, der mit den Heiligen Drei Königen verbunden ist – eine Kirche, ein Brauch, eine besondere Geschichte? Dann melden Sie sich bei uns: missio@missio.ch.
Wir freuen uns über Hinweise und Begegnungen für unsere neue Reihe.